Und da sitze ich doch jetzt tatsächlich hier. Hier und heute an meinem letzten Abend von meinem Austauschjahr, in China. Morgen werde ich wieder mit dem Flugzeug über 3 Zeitzonen hinweg fliegen und wieder auf deutschem Boden mit deutscher Sprache und nicht-chinesisch aussehenden Menschen. Das ist schon irgendwie traurig. Auf der gleichen Seite freu ich mich unglaublich auf euch alle. Auf zu Hause und sowas, aber trotzdem ist mir gerade eher zum Heulen zu mute.
Gerade eben hat mich MEINE CHINESISCHEFAMILIE aus Dongguan angerufen um sich zu verabschieden. Sie wollten sich nur nochmal melden und mir eine gute Reise wünschen. Nachdem wir aufgelegt haben, hatte ich noch das Bedürfnis was loszuwerden. Ich hab ihnen eine SMS geschrieben in der ich ihnen mitteilte, dass auch obwohl ich so oft die Gastfamilie gewechselt habe, ich nur eine chinesische Familie habe, und die wohnt in Dongguan. Ich habe auch noch einmal ausgedrückt, wie sehr ich sie vermissen werde, dass sie in Deutschland herzlich willkommen sind und dass ich mich unglaublich freue, wenn Haley als Austauschschüler nach Deutschland kommt. Als Antwort kam: Wir werden dich auch unglaublich vermissen, unsere Deutsche Tochter. Danach hatte ich erst einmal das Bedürfnis traurige Musik anzumachen und zu heulen. Und so sitze ich hier.
Gleich gibt es das letzte Mal Abendessen in Nanjing. Mein Gastvater hat unglaublich viele Gerichte extra für mich gemacht. Surreal. Komisch. Morgen werde ich meine Gastmutter nicht mehr sehen und meinen Gastvater nur kurz und dann geht es erst mit dem Zug Richtung Shanghai und dann mit dem Flugzeug Richtung Heimat. Zum Abschied haben sie mir 2 Gemälde und Tee geschenkt.
Ich werde mich mit einem Buch und einem netten Foto bedanken. Nicht viel, aber bleibt in Erinnerung. Ich glaube, sie werden sehr bald schon eine Reise nach Deutschland unternehmen wollen.
Morgen geht’s los. Der Fahrer aus ihrer Firma wird mich zum Bahnhof bringen. Ab da wird es Probleme geben. Mit 36kg Koffer, 12kg Handgepäck und einem Musikinstrument lässt es sich eben nicht ganz so leicht reisen. Verdammt. Der Check-In am Flughafen bereitet mir etwas Sorgen. Abwarten.

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Nach dem Abendessen: Das Abendessen ist nun auch vorbei. Mein Gastvater, der sonst nie kocht, hat extra für mich gekocht. Nett. 9 Gerichte und alles was ich mag. Zudem noch ne Menge Wein. Mein Gott. Zu dritt mussten wir ja unbedingt 3 Flaschen leer machen, wo sich meine Gastmutter eher zurückgehalten hat. Meine 16-jährige Gastschwester hatte nach einem Glas ein rotes Gesicht :D
Morgen gehts los. Ich freu mich. Aber jetzt bin ich erstmal müde. Gute Nacht.
Das, war wohl der letzte Post aus China. Bis ganz bald.

Die letzte Woche!!

Hallo meine Lieben!

Ja, tatsächlich, ich lebe noch und bin sogar noch in China… Tut mir leid für die Lage Abstinenz, aber es kam einfach nichts in meinen Kopf, über was ich hätte berichten können. Ich habe ein paar Mal angefangen was zu schreiben, aber im Endeffekt war es echt nur BLA BLA BLAAAAA – und das wollte ich euch echt nicht antun. Da stellt sich die Frage, ob mein Leben so langweilig war in den letzten Wochen.. JAEIN.. Schon, irgendwie, also die letzten Wochen in der Schule waren grausam. Ich hatte keine Lust mehr auf mein Chinesischbuch, den Unterrichtsstoff verstehe ich nicht und mein eines dt. Buch, welches ich mitgenommen habe, habe ich schon gefühlte 36 Mal durchgelesen. Aber Schule ist ja jetzt auch vorbei, deswegen kann ich meine Freizeit wieder uneingeschränkter gestalten.

Letzte Woche Freitag, am 15.6. war mein letzter Schultag. Am Donnerstag haben sie mir während des wöchentlichen ‚Klassentreffens‘ noch eine Farewell-Party gegeben. War ganz nett. Ich habe eine (chin.) ‚Rede‘ gehalten, sie haben auf meiner chinesischen Flagge unterschrieben, ein paar Klassenkameraden haben gesungen und sie haben mir ein paar süße Geschenke gegeben. Wir haben uns natürlich auch bei unseren zuständigen Lehrern bedankt, in den wir Ihnen einen (kleinen) dt. Präsentkorb geschenkt haben.

Meine Ferien haben also vor einer Woche angefangen. Jetzt ist nur noch genau eine Woche meines Austauschjahres übrig. Was heißt ‚übrig‘, es ist ja nicht einfach ‚vorbei‘ wenn ich nach Hause komme. Die letzten 2 Tage habe ich in Shanghai verbracht, um ein paar Souvenirs zu kaufen und ´ne schöne Zeit mit den anderen Austauschschülern zu verbringen und, wie das nun mal so ist, mein lettisches Herzblatt zu verabschieden.. Obwohl ich zugeben muss, dass es sich nicht wirklich wie ein Abschied angefühlt hat, eher wie ein: „Bis später!“

Übrigens, heute ist Drachenbootfest. Nur schade, dass die Chinesen eig. Gar nicht so wirklich Drachenbootrennen angucken gehen. Es gibt welche, ja. Aber es geht kaum noch einer hin. Es dreht sich mal wieder alles ums Essen. Zum Frühstück gabs Zongzi (klebrige Reisdreiecke, die in Bambusblättern eingewickelt sind) und heute Abend geht’s zu der Schwester meiner Gastmutter zum Essen. Ich ahne schlimmes. Sowas wie 19Gerichte, 14 davon Fleisch.  .____. Mal gucken.

Ansonsten wird’s natürlich langsam nachdenklich. Der Heimflug rückt immer näher und es wird Zeit ein Resümee zu ziehen. Aber das geht noch nicht. Ich glaube ich muss erstmal nach Hause kommen und dann mit etwas Abstand auf die letzten Monate zurückblicken. Ich hoffe auch, dass wenn ich nach Hause komme, kaum einer fragen wird „Und, wie wars?“ Was soll ich denn darauf antworten? „Ja.. wie soll man sagen, wie war denn dein Jahr so?“

Lasst uns darüber später nochmal reden.

Nochmal ein groooßes Entschuldigung, dass es hier einfach keine Bilder gab, aber das war mir echt zu doof mit dem Proxyserver. Die könnt ihr euch dann angucken, wenn ich wieder zu Hause bin :)

Liebe grüße, bis ganz bald!

 

Xi’An Reise!

Hey meine Lieben!

Anmerkung nebenbei: Ich wollte euch nicht ewig warten lassen, deswegen poste ich das hier erstmal ohne Bilder. Das mit den Bildern klappt im Moment wegen dem Proxyserver nicht. Ich bitte um Verständis ;)

2 Wochen ist’s her, seitdem ich aus Xi’an wieder da bin. Da niemand geraten hat, wo ich hingefahren bin, kann ich also auch keinen Gewinner krönen. Also, ich bin westwärts zu der Terrakotta Armee gefahren und habe dort 5 wundervolle Tage verbracht. Ich bin zusammen mit Anna (von meiner Schule)dorthin  gefahren und haben da dann auch noch eine Freundin(Belgien) von ihr getroffen.

Was soll ich sagen, ich möchte nicht jeden einzelnen Platz aufzählen, den wir besichtigt haben, damit kann der Großteil wohl eh nichts anfangen. Xi’an ist eine schöne Stadt, mit vielen interessanten Ecken. Besonders gefallen hat mit das Moslemviertel, wo es unglaublich gutes Essen gab :D und auch ein paar Moscheen in chinesischem Stil. Die Tempel in Xi’an haben mich allerdings icht mehr so umgehauen, weil die Tempel in China ähneln sich einfach alle verdammt. Klar die Geschichte ist jedesmal eine andere, aber die Geschichte fühle ich jetzt nicht unbedingt, wenn ich zum 300. Mal den gleichen Buddha angucke. Das Hostel war auch sehr nett, mit ´ner Menge interessanten Leute und Geschichten. Natürlich haben wir uns auch die Terrakottaarmee angeguckt, die mich persönlich allerdings nicht so umgehauen hat. Ich meine, war schon erstaunlich, was die da so auf die Beine gestellt haben vor tausenden von Jahren, allerdings war ich nicht diejenige, die das gebaut hat, oder die das ausgegraben hat, deswegen stand ich teilweise davor und dachte mir „Wow… Steine…!“

Das absolute Highlight der Reise war eigentlich der Huashan(Berg). Unser eigentlicher Plan war, dass wir 2 Tage auf dem Berg wandern, das Problem wäre nur gewesen, dass wir dann unsere ganzen Sachen mitnehmen hätten müssen(verrückt!). Im Zug auf der Hinfahrt erzählten uns ein paar Chinesen, dass es ´ne Menge Menschen gibt, die den Berg in der Nacht bestiegen hätten. Wir, vollkommen ungläubig, in der Nacht? Ist ja verrückt. Dreimal dürft ihr raten, wer sich aufgrund ungenauer Wettervorhersagen 2 Tage später dafür entschieden hat den Berg in der Nacht zu besteigen? Richtig. Bei Regen hätten wir nicht gehen können, deswegen haben wir uns aus Angst dazu entschieden in der Nacht zu wandern. Anm: Es hat überhaupt nicht geregnet. Nach einem Mittagsschläfchen und einer _großen_ Schale Nudeln haben wir uns dann am Mittwochabend mit dem Zug auf den Weg gemacht. Unterwegs haben wir uns noch einer Gruppe spanischer Studenten angeschlossen und sind dann mit denen Taxi gefahren zum Berg hoch. Allerdings wollte uns der Taxifahrer erst noch weis machen, dass wir keine Tickets in der Nacht kaufen können und wollte uns dann am nächsten Hotel abliefern. Nach lautstarkem (chinesischen) Protest von unserer Seite hat er uns dann doch zum richtigen Eingang gebracht. Dort angekommen, haben wir uns wieder relativ schnell von der Gruppe getrennt, weil sie mit Chinesen unterwegs waren und naja.. die Ausdauer von Chinesen eben sehr zu wünschen übrig lässt. Wir hatten aber auch echt ein gutes Tempo drauf. Innerhalb von 4 ½ Stunden sind wir auf die Ostspitze (2300m) gewandert. Es war stellenweise echt steil und dezent gefährlich. Mein Herz hat schon lange nicht mehr so gepumpt und Annas schwarzes t-shirt hatte anschließend weiße Ränder(SALZ :D ). Aber es war richtig genial. Als wir an der Spitze angekommen sind, saßen da schon eine ganze Menge Chinesen in solch‘ Russenmänteln. Wir haben uns dann auch einen ausgeliehen und uns (hinter die Absperrung)an die Felskante gesetzt und dort den _besten_ Blick auf den Sonnenaufgang gehabt. Nachdem die Sonne aufgegangen war, sind die Chinesen ganz schnell verschwunden, während wir noch ein nettes Frühstück mit dem geilsten Blick hatten. Auf dem Weg runter sind wir leider falsch abgebogen und hatten dann eine nicht soo tolle Aussicht und einen Weg nur aus Treppen. Die Treppen wollten und wollten nicht aufhören, wir wurden immer müder und trafen auf ne Menge Chinesen, die beim Anblick eines Ausländers gleich mal ne Pause einlegen mussten (wenn man müde und durchgeschwitzt ist, macht es nicht unbedingt spaß von tausenden Leuten angestarrt zu werden). Unten angekommen, haben wir dann gleich den nächsten Bus nach Xi’an genommen. Sofort nachdem wir saßen sind wir sofort eingeschlafen. Die 3 Stunden Busfahrt haben sich angefühlt wie 5 Minuten. Der Weg zum Hostel war dann auch richtig anstrengend. Müde, ekelhaft angeschwitzt, und Schmerzen in jeder einzelnen Muskelfaser. Dort angekommen haben wir erstmal von um 15Uhr bis um 8 am Folgetag geschlafen. Die 3 Tage danach haben wir jede einzelne Treppenstufe verdammt. Und am Freitag haben wir uns dann wieder mit einem Sitzplatz für die 12-stündige Zugfahrt auf den Weg nach Nanjing gemacht. ENDE.

Fortsetzung: In Nanjing hab ich dann noch was richtig cooles erlebt, als ich mit ein paar Freunden einen Tempel besuchen war. Eine Menge alter Leute / Buddhisten in Tracht, die 1 ½ Stunden in Reihen gelaufen sind und dabei solch Mantras gesagt haben. Boah! Feeling ja!

Und noch was.. Ich hab euch ja von dem Frühlingsfotowettbewerb an unserer Schule erzählt, ne? Die Fotos sind jetzt ausgestellt wurden. Und ratet mal, welch nettes Mädchen in dem „langen Gelehrten-Korridor“ sitzt und ein Buch liest? Mwaha! Wie schwer. Jap ich. Spackos. Ich wusste nichtmal das ein Bild von mir drauf gewonnen hat und dann hängen die das da gleich aus. Ich glaube, er hat nur gewonnen, weil er den Ausländerbonus hatte ;)

Soviel von mir. Ich könnte noch mehr erzählen, aber ich hab Angst, dass die Reizüberflutung euch dann Angst macht, oder so ;)

Liebe liebe Grüße!!

 

Ps: Postkarten sind schon _fast_ unterwegs ;)