Nachtrag: Mondfest

Dajiahao! 大家好!

Ich nutze einfach mal die Zeit zwischen jetzt und Abendessen
um euch den Nachtrag zum Mondfest zu schreiben und um mich einfach mal
zurückzumelden. Ja gut, es sind 2 Wochen vergangen, seit dem ich euch ‚versprochen‘
habe euch was übers Mondfest zu schreiben, aber lieber spät als nie, nicht
wahr? Gerade den wichtigen kulturellen Part möchte ich euch nicht vorenthalten.
Und ich will auch gar keine Entschuldigungen finden, warum ich mich erst so
spät melde.  Nehmt’s mir nicht übel.

 

Das Mondfest geht zurück auf eine alte, sehr alte
Geschichte.  Es wird immer am 15. Tag des
8. Mondmonats gefeiert.

Im alten China war es ein Brauch im Frühling der Sonne und
im Herbst dem Mond etwas zu opfern. Natürlich wandelte sich der Brauch über die
Jahrhunderte und später genießten die Menschen den großen, hellen Mond und
drückten im Schein des Mondes ihre tiefsten Gefühle aus. Aus dem kleinen eher
nebensächlichen Fest wurde ein nationaler Feiertag und wurde zu einem der bedeutendsten
Fest Chinas.

Die Sage über dieses
Fest geht auf einen Helden zurück namens Hou Yi. In den Anfängen der Antike
gab es 10 Sonnen am Himmel, die alle Pflanzen vertrocknen ließen und dadurch
die Menschen in schlimme Armut geleitet hat. Hou Yi war darüber sehr besorgt und
bestieg den Gipfel der Kunlun Berge und nutzte seine übermenschliche Kraft  und zog seinen außergewöhnlichen Bogen und schoss die neun überflüssigen Sonnen alle nacheinander ab. Hou Yi
wurde als Held gefeiert. Ihm gebührte jegliche Liebe und Respekt von den Menschen.
Er wurde zum Idol und gab später seine Lehre an andere weiter.

Er hatte eine wundervolle und warmherzige
Frau namens Chang E. Eines Tages als er auf dem Weg zu einem Freund in den
Kunlun Bergen war trag er auf den Kaiser vom ‚Heaven Wangmu‘.  Dieser Kaiser schenkte ihm eine Phiole in dem
sich ein Elixier befand, dass einen sofort in das Paradies schicken würde und einem
zu einem himmlischen Wesen bekommen ließe. Hou Yi wollte sich allerdings nicht
von seiner Frau trennen und bat Chang E die Phiole für ihn aufzubewahren.

Natürlich wurde Hou Yi nicht von jedem
geliebt. Es gab viele Neider und unter anderem auch Peng Meng. Peng Meng hatte
schon öfter Hou Yi aufgelauert und eines Tages als Hou Yi zum Jagen ging,
ergriff Peng Meng die Chance und stürzte mit einem Schwert in der Hand in das
Haus von Hou Yi, wo Chang E auf das Elixier aufpasste. Peng Meng forderte die
Phiole und da Chang E sich nicht verteidigen konnte musste sie eine schnelle
Entscheidung treffen. Sie drehte sich um, ergriff die Phiole und trank das Eloxier
in einem Schluck. Sobald die Phiole leer war erhob sich ihr Körper, brach durch
das Fenster hinaus und flog in Richtung Himmel. Peng Meng floh.

Als Hou Yi am Abend nach Hause kam, hatten ihm die Mägde
schon berichtet was geschehen ist. In seiner tiefsten Trauer blickte Hou Yi in
den Himmel und rief den Namen seiner geliebten Frau. Überraschender Weise
empfand er genau an dem Tag den Mond als besonders groß und hell.

 

Während des Mondfestes hat man 3 Tage frei. Die meisten
Familien bleiben am ersten und dritten Tag zu Hause und gehen am zweiten Tag
ihre Verwandten besuchen. Um zu zeigen, dass der Andere einem viel bedeutet
schenkt man sich Mondkuchen. Und man schickt sie mal eben auch quer durch China.
Später erklärt man dir dann, dass sie es eigentlich gar nicht so gerne mögen,
den Mondkuchen zu essen, dass es ihnen eigentlich nur darum geht sie zu
verschenken. Mir jedenfalls schmecken die süßen Mondkuchen, die du hier in
allen verschiedensten Varianten kaufen kannst. Allerdings trifft man
gelegentlich auch auf frittierte Mondkuchen mit Fleisch- oder Gemüsefüllung,
die alles andere als lecker sind. Am dritten Tag, dem eigentlichen Festtag
bleibt man dann zu Hause und kocht und isst jede Menge leckeres Essen. Soviel
also zum Thema Mondfest.

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